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Wetterstation über LoRa WAN verbinden?

Verfasst: 23 Jan 2026, 21:35
von Wetterfrosch
Hallo,

bin gerade über diese 2 Videos gestolpert:



Wäre das nicht ggf. auch was für Ecowitt?
D.h. dass es von Ecowitt irgend ein Modul gäbe, dass man ihre Stationen über das LoRa WAN Netz verbinden könnte und dann darüber die Daten zu Hause empfnagen und weiter wie gewohnt dann an diverse Netzwerke weiterleiten könnte?
Mit diesem System würde man am Standort der Sensoren kein Wlan mehr benötigen worüber das Gateway die Daten ins Internet sendet, sondern man wäre durch das LoRa WAN Netz unabhängiger und könnte damit die Wetterstation auch da aufbauen, wo es kein Wlan gibt.

Könnte man so ein System nicht mal als Wunsch bei Ecowitt vortragen?

Re: Wetterstation über LoRa WAN verbinden?

Verfasst: 23 Jan 2026, 23:51
von Gyvate
ich denke, das Thema ist etwas komplexer und nicht so, wie in den Videos, die ja nur Bauanleitungen einer Eigenbauwetterstation darstellen, und dann "LoRaWAN" als Übertragungsprotokoll/-technologie benutzen, beschrieben.

Im Gesamtbild des Ecowitt Ökosystems ist "wir machen jetzt mal LoRaWAN" m.E. erst mal ein wenig brauchbarer Ansatz.
Abgesehen davon, dass es nicht einfach LoRaWAN gibt (das ist ja nur ein Protokoll), sondern es mindestens zwei Bereiche, nämlich LoRa RF LoraWAN und TCP/IP SSL LoRaWAN gibt, die eine bestimmte Aufgabe im gesamten Kontext erfüllen.

Ecowitt bietet auf der RF Seite mit der WL6006 eine LoRa-fähige Lösung an, die eine Reichweite von 2.200 ft/600 m bereitstellt. Es gibt dann allerdings keinen Übergang in TCP/IP LoRa sondern in TCP/IP WLAN mit den entsprechenden WiFi-Protokollen bzw. 4G. Die Voraussetzung für eine Weiterleitung in verschiedene Netzwerke (was stellst Du Dir da vor ?)ist dann auch gegeben. Wenn es kein TCP/IP basiertes Internet sein soll, muss der Benutzer ein entsprechendes Gateway (nicht zu verwechseln mit einem LoRa-Gateway) bereitstellen, was für LoRa i.d.R. der LoRa Server macht.

Es stellt sich die Frage, welchen Mehrwert eine LoRa-Infrastruktur für die Nutzer privater Wetterstationen hat. Da dieser aus Sicht von Ecowitt ausser für (vergleichsweise) ein paar neugierige Einzelfälle nicht gegeben ist, wurde auch auf der TCP/IP Seite nichts entwickelt. Für entlegene Standorte gibt es die 4G-Lösungen (die auch auf 5G umrüstbar sind).
LoRaWAN TCP/IP ist ja auch nicht automatisch weltweit verfügbar, sondern auch nur dort, wo entsprechende Infrastruktur aufgebaut wurde.

Es gibt auch nicht DAS LoRaWAN Netzwerk, sondern es gibt viele LoRaWAN-Netzwerke (LPWAN) unterschiedlicher Betreiber und Abdeckung.

Re: Wetterstation über LoRa WAN verbinden?

Verfasst: 25 Jan 2026, 10:28
von Ton_vanN
LoRaWAN-Konfigurationen unterscheiden sich in einigen Punkten von denen einer herkömmlichen Wetterstation.

1. Sensorkopf-Verbindung
Bei einer herkömmlichen Wetterstation besteht eine Kabel- oder Funkverbindung zwischen Sensorkopf und oft eine Konsole, wobei die Konsole als Systemknoten dient.
2. Systemverbindung
Von diesem Systemknoten aus erfolgt die Datenverbindung per Kabel oder WLAN zur Internet-Schnittstelle.
3. Internetverbindung
Ihre Internetverbindung wird üblicherweise über einen Router&Modem hergestellt.
Bei einer herkömmlichen Wetterstationkonfiguration ein einfaches Standardgerät, dasss sich mit dem Internet/WAN verbindet (in der Regel im Rahmen Ihres Abonnements, auch benutzt für anderen Datenverkehr),
4. Anwendung
Ihre Anwendung ist in der Regel eine externe Software im Web, die nur geringfügig an Ihre Konfiguration angepasst werden muss. Denke an WUnderground uzw.

Bei einer LoRaWAN-Wetterstation müssen Sie vergleichbar diese 4 Aspekte berücksichtigen:
1. Wie ist die Verbindung zwischen Sensorkopf und Systemknoten?
2. Wie ist die Verbindung vom Systemknoten zum LoRaWAN-Gateway?
3. Wo befindet sich das LoRaWAN-Gateway? Und wem gehört es?
4. Datenanwendung = Übersetzung in Anwendung

Verbindung 1 einer LoRaWAN-Konfiguration ist oft mit der einer herkömmlichen Wetterstation vergleichbar, und die nutzbare Entfernung beträgt maximal einige hundert Meter, und in Praxis nicht mehr als 100m.
Bei manchen LoraWAN-Sensorkonfigurationen ist diese Verbindung 1 nicht anwesend, und der Sensor kommuniziert direkt mit dem Gateway über Verbindung2, z. B. bei einem 'Mikro-PWS' wie dem Dragino LHT65.
Verbindung 2 für LoraWAN bildet die Ausnahme zu 'normalen' Wetterstationen, da es sich um eine drahtlose Verbindung mit einem proprietären Protokoll handelt, die technisch Entfernungen von mehreren Kilometern überbrücken könnte.
LoRaWAN benötigt ein spezieller Gateway als Schnittstelle zwischen LoRaWAN und dem Aussenwelt.
3. Betrieb einer LoraWAN-Gateway
Anschaffung, Betrieb und Wartung eines solchen LoraWAN-Gateways müssen fast immer privat organisiert werden:
mit etwas Glück können Sie das LoraWAN-Gateway eines Nachbarn mitnutzen.
Ist selten Haupt-router/modem in Ihr LAN für Verbindung zu WAN, aber meistens 'Client' des Hauptrouters.
4. DatenAnwendung bei LoraWAN
Der externe LoRaWAN-Netzwerkserver muss für Ihre Anwendung eine Anpassung & übersetzung haben.
Wie Gyvate aussagt gibt es kein 'algemeines' LoraWAN, also man ist auch noch abhängig was in Ihr Gegend zur Verfügung ist.
Da dies gerätespezifisch ist, handelt es sich oft um ein Projekt, das Sie selbst 'basteln' müssen.
Für Unterstützung sind Sie auf die Hilfe von Forenmitgliedern angewiesen die Ihr 'Netz' kennen.
Es gibt nur sehr wenige Softwareprogramme, wie beispielsweise StationForwarder, die z.B. ein TTN_Webhook direkt lesen können.

Es gibt fertige SensorPakkete wie Sensecap S2120 und Klone von SeedStudio,
und für Bausatz-Aufbau Schnittstellen-Geräte wie Dragino WSC2-L.
Onder Davis-SensorPekkete mit LoraWAN-Ansatz.
Auf Internet in ‘FernenOsten’ noch mehr zu finden.